Nicht Rauchen

Vor einer geplanten Operation lohnt es sich, mit dem Rauchen aufzuhören

Patienten, die es schaffen, haben nach der Operation viel weniger Komplikationen

KOPENHAGEN (ner). "Lassen Sie vor der Operation die Zigaretten mal lieber links liegen!" Mit diesem Rat kann man Patienten bei geplanten chirurgischen Eingriffen vor Wundheilungsstörungen und anderen Komplikationen bewahren. Denn in einer dänischen Studie hat sich das Komplikationsrisiko von Rauchern bei Tabak-Abstinenz vor einer geplanten Operation halbiert.

Bei Rauchern kommen postoperativ öfter kardiovaskuläre und pulmonale Zwischenfälle sowie Wundheilungsstörungen vor als bei Nicht-Rauchern.

Deshalb haben Dr. Ann M. Møller und ihre Kollegen vom Bispebjerg Universitäts-Krankenhaus in Kopenhagen geprüft, ob eine sechs- bis achtwöchige Tabak-Abstinenz oder zumindest die Reduktion des Zigarettenrauchens um 50 Prozent die Komplikationsrate vermindert.

Dazu untersuchten die dänischen Wissenschaftler 120 Männer und Frauen, die einen Gelenkersatz bekommen sollten und die durchschnittlich 15 Zigaretten am Tag rauchten (Lancet 359, 2002, 114). Von den Patienten litten mehr als zehn Prozent an einer chronischen Herzkrankheit oder chronisch obstruktiven Lungenkrankheit.

Die Hälfte aller Patienten nahm an einem wöchentlichen Anti-Raucher-Training teil und erhielten eine Nikotin-Substitution. Die andere Hälfte rauchte weiter.

Von den Rauchern hatten postoperativ 52 Prozent Komplikationen, von denen, die am Anti-Raucher-Training teilgenommen hatten, im Gegensatz dazu nur 18 Prozent. Und: nur fünf Prozent der Tabak-Abstinenzler hatten Wundheilungsstörungen. Bei den Rauchern kamen sie im Gegensatz dazu bei jedem dritten vor. Kardiovaskuläre Zwischenfälle wurden bei zehn Prozent der Raucher registriert, bei den anderen gab es keine.

Møller führt die positiven Effekte des Rauch-Stopps vor allem auf eine verbesserte Kollagen-Bildung und Sauerstoffversorgung der peripheren Gewebe zurück.